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Kaffee - Pflanzendrinks als Alternative zur Kuhmilch

28.03.2022

Wer seinen Kaffee mit einem veganen Milchersatz statt mit Kuhmilch geniessen möchte, findet mittlerweile sehr viele Alternativen auf dem Markt. Die Auswahl ist so gross, dass man fast ein wenig den Überblick verliert. Wir stellen deshalb die beliebtesten pflanzlichen Drinks, deren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten vor.

Kurz vorweg erklärt: Eine Kennzeichnung als «Milch» ist für pflanzlichen Milchersatz nicht zulässig. Um eine Verwechslung mit Kuhmilch zu vermeiden, werden Hafermilch, Sojamilch, Mandelmilch, Reismilch und andere nicht als «Milch» bezeichnet, sondern als Pflanzendrinks bzw. pflanzliche oder vegane Alternative.

Warum viele auf Kuhmilch verzichten

Unterschiedliche Faktoren sprechen dafür, den Konsum von Kuhmilch zu reduzieren und zu einer veganen Alternative zu greifen: 

Laktoseintoleranz: Milch enthält Laktose (Milchzucker), welche von Menschen mit Laktoseintoleranz nur schwer verdaut wird. Nicht nur in Asien, auch in Nordeuropa ist die Laktoseunverträglichkeit recht weit verbreitet. Geschätzt wird, das unter den Erwachsenen in Europa ca. 5-15% und in Asien ca. 65-90% keinen Milchzucker vertragen. 

Vegane und vegetarische Ernährung: Alle Alternativen sind vegetarisch bzw. vegan und können so in verschiedenen Ernährungsformen eingesetzt werden. 

Ökologischer Fussabdruck: Die Herstellung von einem Liter Kuhmilch hat in Europa eine Klimawirkung wie rund 1,3 kg Kohlendioxid. Im globalen Durchschnitt ist die Klimabelastung noch grösser, rund 2,4 kg Kohlendioxid entstehen pro Liter Kuhmilch. So viel entsteht etwa auch bei der Verbrennung eines Liters Benzin. Die Emissionen, die der Transport, die Verarbeitung und die Lagerung der Milch in Molkereien und Handel verursachen, sind hierbei noch nicht berücksichtigt (Quelle: Albert-Schweitzer-Stiftung).

Aber nicht nur Veganer und Menschen, die an Laktoseintoleranz oder Milcheiweissallergie leiden, konsumieren Pflanzendrinks, auch Personen, die gerne trendige Lebensmittel ausprobieren und ihren Speiseplan bereichern wollen, greifen gern bei einer pflanzlichen Alternative zu.

Was genau sind pflanzliche Alternativen und woraus werden sie hergestellt? 

Generell lässt sich ein Milch-Gemisch aus zahlreichen pflanzlichen Produkten wie bspw. verschiedenen Getreidesorten, Nüssen sowie Stein- und Hülsenfrüchten herstellen. Denn sobald ein Fett-Wasser-Gemisch hergestellt werden kann, bietet es sich potenziell als Milchersatz an.

Die Herstellung ist unkompliziert, es handelt sich um sogenannte wässrige Extrakte. Die Grundzutat wird eingeweicht oder feucht gemahlen und anschliessend mit Wasser gemischt. Manche Gemische werden noch gekocht oder fermentiert. Anschliessend werden je nach Rezept noch Öle, Süssungsmittel oder Salz hinzugefügt. 

Die meisten pflanzlichen Milchalternativen sind von Farbe und Geschmack der Kuhmilch sehr ähnlich und können genauso vielseitig eingesetzt werden: Pur, im Tee oder Kaffee, mit Frühstückscerealien, zum Kochen und in Desserts.

Sind pflanzliche Alternativen gesünder?

Ob nun Kuhmilch oder pflanzliche Alternativen gesünder sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei Pflanzendrinks lassen sich durch die Zusammensetzung einfacher Rückschlüsse auf mögliche Gesundheitseffekte ziehen. Pflanzendrinks sind cholesterinfrei, enthalten weniger gesättigte und mehr ungesättigte Fettsäuren und je nach Grundzutat mehr Ballaststoffe. Einige Pflanzendrinks sind mit Vitaminen und Nährstoffen angereichert, bspw. Vitamin D, B12 und B2.

Tierische Milch enthält ebenfalls wichtige Nähr- und Fettstoffe, vor allem Calcium und Vitamin D. Diese werden im Wachstum für die Knochenbildung und -stabilität gebraucht. Allerdings ist der Milchkonsum in der Ernährung von Erwachsenen in die Kritik geraten. Wissenschaftlich gibt es keine Beweise, sondern nur Hinweise, dass Wachstumshormon in der Milch oder der hohe Calciumgehalt negative Auswirkungen auf den Menschen haben.

Was unterscheidet Bio von konventionell erzeugten Pflanzendrinks?

Zwischen konventionellen und Bio-Pflanzendrinks gibt es ganz klare Unterschiede in der Produktion:

Konventionell hergestellte Pflanzendrinks können Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Emulgatoren, Säureregulatoren oder Vitaminzusätze enthalten. Für Bio-Drinks sind diese Zusätze nicht zugelassen.

Konventionelle und Bio-Pflanzendrinks unterscheiden sich auch im Geschmack. Das liegt daran, dass konventionelle Drinks auch in der Geschmacksrichtung «natur» oft Aromen und Zucker enthalten. Bio-Hersteller süssen ihre Drinks mit Dicksäften, Aromen sind nicht zulässig.

Die beliebtesten Pflanzendrinks

Sojadrinks sind laktose- und milcheiweissfrei sowie reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren). Oft wird ein Sojadrink zusätzlich mit Mineralstoffen und Vitamine (bspw. mit Vitamin B12) angereichert, um einen gesunden Mehrwert zu bieten. Aufgrund des hohen Lecithin-Gehalts hat der Sojadrink gute Backeigenschaften. Soja für Pflanzendrinks kommt nicht, wie häufig kritisiert, aus Brasilien. Meistens wird Soja aus Kanada oder Europa verwendet. 

Milch auf Mandelbasis ist laktose-, soja- und glutenfrei. Farbe und Geschmack kann je nach Mandelanteil etwas variieren. Das Aroma ist süsslich mit einem nussigen Geschmack und einer cremigen Konsistenz. Mandeln enthalten viel ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe. 

Haferdrinks haben von Natur aus ein wenig Süsse und sind im Vergleich zur Kuhmilch kalorien- und fettärmer. Auch Haferdrinks werden oft mit Kalzium und Vitaminen B2, B12 und D2 angereichert.  

Reis gehört zwar auch zu den Getreiden, ein Reisdrink unterscheidet sich aber deutlich im Geschmack von anderen Getreidedrinks. Reisdrinks sind im Geschmack neutraler und etwas wässriger. Menschen mit Zöliakie, Soja- oder Nussallergie können hier bedenkenlos zugreifen. 

Weitere Pflanzendrinks werden aus Getreide- oder Nusssorten hergestellt: Dazu zählen Dinkel, Quinoa, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Cashew und Haselnuss sowie Kokos, Lupinen, Hanf oder Erbsen.

Wie verfeinern Pflanzendrinks den Kaffee? 

Eine konkrete Empfehlung zu geben, ist recht schwierig, schliesslich sind Geschmäcker verschieden. Darum heisst es am Anfang: probieren und experimentieren. Das haben wir auch gemacht und das ist unser Testergebnis: 

Sojadrinks sind geschmacksneutral und können sehr gut aufgeschäumt werden. Also perfekt für einen leckeren Latte Macchiato oder einen Cappuccino. 

Haselnuss- oder Mandeldrinks haben eine gewisse Süsse, welche sich im Cappuccino oder Eiskaffee sehr gut macht. Während sich Mandeldrinks gut aufschäumen lassen, ist der Schaum beim Haselnussdrink eher nur mässig geworden. Hier gilt es mit der Menge zu experimentieren, um das Beste am Kaffeegeschmack herauszuholen. 

Haferdrinks verleihen dem Kaffee eine angenehme Süsse und lassen sich gut zu einem langlebigen Schaum für einen verführerischen Latte Macchiato verarbeiten. Vor allem wenn «Barista» auf der Verpackung steht, sind sie besonders gut geeignet für Latte Art. Allerdings hat Hafer auch einen stärkeren Eigengeschmack. Wer gerne eine «getreidige» Note an seinem Kaffee mag, ist mit einem Haferdrink gut bedient. Mittlerweile gibt es unzählige Varianten, nicht alle schmecken gleich stark nach Hafer. 

Reisdrinks haben eine süsse Note, aber einen zu geringen Eiweissanteil, um sich gut aufschäumen zu lassen. Dafür schmecken sie im Milchkaffee sehr fein. Tipp: Reisdrinks mit Haselnuss- oder Mandeldrink gemischt, gibt einen tollen Geschmack. 

Erbsendrinks weisen einen sehr hohen Eiweissanteil auf und lassen sich daher gut mit einer feinen cremigen Textur aufschäumen. Der neutrale Geschmack ist ein weiteres Plus, da man den Erbsendrink wie Milch verwenden kann, aber ohne den typischen Nachgeschmack, den andere Pflanzendrinks haben.

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