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So berechnen Sie die benötigte Kühlleistung

08.07.2022

Wenn Sie in Erwägung ziehen, ein Kühlgerät anzuschaffen, stellen Sie sich bestimmt auch die Frage nach der benötigten Grösse bzw. Leistung des Apparates. Die hier gezeigte Berechnung erfolgt aufgrund von Faustformeln und Richtwerten. Sie ermöglicht Ihnen eine ungefähre Einschätzung, welche Leistung Ihr Klimagerät haben sollte, ersetzt aber nicht eine professionelle Berechnung.

Schritt 1: Die Raumgrösse

Überlegen Sie sich, in welchen Zimmern das Klimagerät zum Einsatz kommen soll, und messen Sie das grösste davon. Sie benötigen die Länge und Breite zur Berechnung der Grundfläche des Raumes in Quadratmetern:

Raumfläche = Länge mal Breite (z. B. 4 m × 6 m = 24 m²)

Schritt 2: Dämmung und Sonneneinstrahlung

Die Dämmung bzw. Isolation der Wände sowie die direkte Sonneneinstrahlung auf Fenster und Aussenwand spielen eine grosse Rolle für die Wärmeentwicklung im Zimmer. Machen Sie sich also Gedanken über die Isolation der Aussenwände und ihre Ausrichtung im Verhältnis zum Sonnenlauf während des Tages.

a) Bei guter Isolation und wenig Sonneneinstrahlung multiplizieren Sie die vorher errechnete Grundfläche mit 60 Watt.

Beispiel: 24 m² × 60 Watt = 1440 Watt

b) Bei schlechter/wenig Dämmung und viel Sonneneinstrahlung multiplizieren Sie die Raumfläche mit 100 Watt.

Beispiel: 24 m² × 100 Watt = 2400 Watt

c) Wenn Dämmung und Sonnenstrahlung bei Ihrem Gebäude durchschnittlich sind, oder Sie nicht sicher sind, nehmen Sie den Mittelwert und multiplizieren Sie die Raumfläche mit 80 Watt.

Beispiel: 24 m² × 80 Watt = 1920 Watt

Die Isolation von Dach und Wänden hat eine Auswirkung auf die Wärmeentwicklung im Raum und damit auf die benötigte Kühlleistung.
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Kühlleistung und Leistungsaufnahme

Die Kühlleistung wird unter anderem zwar in Watt angegeben, entspricht aber nicht der Leistungsaufnahme. Die meisten mobilen Klimageräte haben eine Leistungsaufnahme von deutlich unter 2000 Watt. Sie können sie also problemlos an einer haushaltsüblichen Steckdose anschliessen. Aufpassen sollten Sie jedoch, wenn Sie gleich mehrere stromhungrige Geräte an der gleichen Steckdose betreiben möchten.

Schritt 3: Anwesende Personen

Menschen und Tiere geben stetig etwas Wärme ab. Als Richtwert addieren Sie pro anwesende Person 100 W zum errechneten Wert hinzu.

Beispiel: 2400 Watt (24 m², wenig Dämmung und viel direktes Sonnenlicht) + 200 Watt (zwei Personen) = 2600 W

Schritt 4: Weitere Wärmequellen

Über längere Zeit eingeschaltete Lampen und Elektrogeräte geben ebenfalls Wärme in die Raumluft ab. Wiederum als Richtwert addieren Sie die Leistungsaufnahme jedes Gerätes zum errechneten Wert hinzu. Ein durchschnittlicher Office-PC verbraucht beispielsweise ca. 150 Watt, ein durchschnittlicher 24-Zoll-Monitor nochmals ca. 50 Watt.

Beispiel: 2600 W + 200 W (PC mit Monitor) = 2800 W

Eingeschaltete Elektrogeräte verbrauchen Strom und erzeugen Wärme.

Schritt 5: Umrechnung in BTU/h

Nicht alle Hersteller von Klimageräten geben für Ihre Produkte die Kühlleistung in Watt an. Gebräuchlicher ist die Einheit BTU.

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Gut zu wissen: was bedeutet BTU?

Die British Thermal Unit, kurz BTU, ist eine Einheit für Wärmeenergie. 1 BTU entspricht der Energie, die nötig ist, um ein britisches Pfund Wasser um ein Grad Fahrenheit zu erwärmen. Sie lässt sich für eine bessere Verständlichkeit mithilfe einer zeitlichen Komponente in die Einheit Watt umrechnen: 1000 BTU/h, also 1000 BTU pro Stunde, entsprechen ungefähr 293 Watt.

Noch etwas ungenauer, dafür viel einfacher zu merken, können Sie folglich den Wert für BTU pro Stunde durch 3 teilen und erhalten die ungefähre Anzahl Watt.

Da 1000 BTU/h = 293,071 W entsprechen, ist 1 W = 3,412 BTU/h (beide Werte gerundet). Sie multiplizieren den bisherigen Wert also noch mit 3,412, um die Angabe in BTU zu erhalten.

Beispiel: 2800 W × 3.412 = 9553,6 BTU/h

Sie benötigen für Ihr Zimmer ein Gerät mit einer Kühlleistung von 9500 oder besser 10'000 BTU/h. Wenn Sie unsicher sind bezüglich einzelner Punkte in der Berechnung, entscheiden Sie sich im Zweifelsfall besser für ein Gerät mit einer etwas höheren Kühlleistung. Ausserdem gibt es einige weitere Faktoren, die nicht in die obige Berechnung einfliessen, die aber den Kühlbedarf je nach Situation ebenfalls beeinflussen. Einige davon finden Sie im folgenden Abschnitt.

Nicht berücksichtigte Faktoren

Wie eingangs erwähnt, ist die soeben abgeschlossene Berechnung einigermassen ungenau, da sie auf Faustregeln und Richtwerten beruht. Ausserdem berücksichtigt sie einige Faktoren nicht, die für die Raumtemperatur von Bedeutung sind. Beispiele für solche Faktoren sind die gesamte Fensterfläche des Zimmers, die Ausrichtung zur Sonne oder verbundene Nebenräume mit unterschiedlicher Temperatur. Für Dachzimmer gelten andere Bedingungen, da die Sonneneinstrahlung auf die Aussenwand bzw. das Dach stärker ist als bei einem Zimmer im Erdgeschoss. Der Keller benötigt deutlich weniger Kühlleistung, da normalerweise wenig oder keine Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Des Weiteren spielt es eine Rolle, ob die Klimaanlage den Raum gleichzeitig kühlen und entfeuchten soll, wofür neben einem entsprechenden Gerät auch eine höhere Leistung notwendig ist.

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Tipp: Onlinerechner

Nutzen Sie einen Onlinerechner und schauen Sie, ob Sie damit auf einen ähnlichen Wert kommen. Diese Tools zur Berechnung der Kühllast bzw. Kühlleistung liefern meistens noch etwas exaktere Resultate als die oben beschriebene Berechnung mittels Faustformeln und Richtwerten. Sie benötigen jedoch üblicherweise zusätzliche Angaben wie die gesamte Fensterfläche oder die Aussenwandfläche des betreffenden Raumes in Quadratmetern. Ein verhältnismässig einfach zu bedienendes Tool ist beispielsweise der Klimarechner von KlimaWorld (externe Seite, die mit BRACK.CH nicht in Verbindung steht).

Richtwerte-Tabelle

In der folgenden Tabelle finden Sie einige nach der obigen Beschreibung berechnete Werte für die benötigte Kühlleistung in Bezug auf die Raumfläche.

Raumfläche

Raumvolumen (bei 2.5 m Deckenhöhe)

Benötigte Kühlleistung bei 60 W pro m² (gute Isolation, wenig Sonneneinstrahlung)

Benötigte Kühlleistung bei 100 W pro m² (wenig Dämmung, viel Sonneneinstrahlung)

Benötigte Kühlleistung in BTU/h

10 m²

25 m³

600 W

2047 BTU

10 m²

25 m³

1000 W

3412 BTU

15 m²

37.5 m³

900 W

3071 BTU

15 m²

37.5 m³

1500 W

5118 BTU

20 m²

50 m³

1200 W

4094 BTU

20 m²

50 m³

2000 W

6824 BTU

30 m²

75 m³

1800 W

6142 BTU

30 m²

75 m³

3000 W

10236 BTU

40 m²

100 m³

2400 W

8189 BTU

40 m²

100 m³

4000 W

13648 BTU

50 m²

125 m³

3000 W

10236 BTU

50 m²

125 m³

5000 W

17060 BTU

60 m²

150 m³

3600 W

12283 BTU

60 m²

150 m³

6000 W

20472 BTU

70 m²

175 m³

4200 W

14330 BTU

70 m²

175 m³

7000 W

23884 BTU

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