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Das Churermodell: Optimale Raumnutzung für individuelles Lernen in Schulzimmern

14.09.2023

Das Churermodell beschreibt ein Konzept, das eine optimale Raumnutzung der Schulzimmer ermöglicht. Dadurch können sich Lehrkräfte einzeln mit Schülern oder Schülerteams in verschiedenen Bereichen des Klassenzimmers vertieft und gezielt austauschen sowie diese nach ihren individuellen Bedürfnissen begleiten und fördern.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich Lernmethoden und Klassenräume langsam, aber stetig weiterentwickelt. Einer der aktuellen Trends in Schulklassenzimmern zeigt sich im neuartigen Churermodell, bei welchem nach den individuellen Bedürfnissen der Schüler die Räumlichkeiten ideal genutzt werden. Für die jeweilige Lehrperson bedeutet dies, dass sie ihr Vertrauen ganz in die Lernfähigkeit der Kinder setzt und ihre Führungsrolle in einer beobachtenden, zurückhaltenden Funktion neu wahrnimmt. Ziel dieses Lernkonzepts ist es, moderne und vor allem mobile Lernräume zu erschaffen, ohne dabei den persönlichen Bezug zu den Schülern zu vernachlässigen. Dabei wird von vier Prämissen ausgegangen:

  • Eine Binnendifferenzierung ist in simplen Schritten umsetzbar und motivierend für die gesamte Klasse.
  • Der Raum dient als aktiver pädagogischer Akteur und unterstützt das Lernen.

  • Durch die Verkürzung von Inputphasen gewinnen Schüler*innen wertvolle Lernzeit.

  • Das Churermodell ist direkt realisierbar und bietet Lehrpersonen zusätzlich die Möglichkeit, es individuell anzupassen.

Merkmale des Churermodells

Eine zentrale Rolle dieser modernen Raumgestaltung nehmen die diversen Aufbewahrungsmöglichkeiten sowie die unterschiedlichen Versammlungsarten (Sitzkreis und einzelne Gruppen) ein. Diese kreieren je nach Zusammenstellung optimale Voraussetzungen für Gruppenarbeiten oder Einzelaufgaben. Nicht mehr die Wandtafel ist hierbei der Orientierungspunkt im Unterrichtsraum, sondern der gemeinsame Sitzkreis. Das Zusammenspiel zwischen Klassenversammlungen und den separaten Arbeitsplätzen hat folgenden Hintergrund:

  • Die Inputs werden mit der Klasse als Ganzes durchgeführt und auf kurze Zeitdauer (normalerweise 10 - 12 Minuten) beschränkt. Hier gibt die Lehrperson bekannt, welches die Grundanforderungen zum Thema sowie die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen der Aufgaben sind.
  • Nach Selbsteinschätzung der Schüler*innen wählen diese ihre Aufgaben und lösen sie, entweder alleine oder in kleinen Gruppen, an den individuell eingerichteten Arbeitsplätzen. Die Schulkinder lernen so mit- und voneinander.

  • Helfersysteme werden eingeführt, sodass bei Unklarheiten klare Abläufe bestimmt und stets ein angenehmes, ruhiges Lernklima sichergestellt sind.

Das Hauptziel ist dabei die Vermittlung des Lernstoffes auf verschiedenen Lernstufen innerhalb derselben Klasse. Die aktive Teilnahme geschieht durch die individuellen Aufgabenstellungen bereitwillig und sorgt für eine selbständigere, ruhigere Lernatmosphäre innerhalb des Schulzimmers. Mit welchen Artikeln sich diese zeitgemässe Raum- und Unterrichtsgestaltung einfach umsetzen lässt, finden Sie in den folgenden Zeilen heraus.

Sitzmöglichkeiten

Die Gestaltung von Sitzmöglichkeiten im Churermodell zielt darauf ab, eine anregende, flexible und lernförderliche Umgebung im Klassenzimmer zu schaffen. Sie unterstützen die Zusammenarbeit, Individualisierung, Bewegungsfreiheit und das Wohlbefinden der Schüler*innen, was zu einer positiven Lernerfahrung beiträgt. Aus folgenden vier Gründen sollten unterschiedliche Sitzmöglichkeiten im Klassenzimmer vorhanden sein:

  1. Flexibilität
    Anstatt feste Sitzreihen oder Einzeltische vorzugeben, werden verschiedene Sitzoptionen angeboten, die den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lernstilen der Schüler*innen gerecht werden. Dazu gehören beispielsweise Stühle, Hocker, Sitzkissen, Sitzbälle oder auch Stehtische.

  2. Individualisierung
    Die Individualisierung der Lernschritte spiegelt sich ebenfalls in den Sitzmöglichkeiten wider. Schüler*innen haben die Möglichkeit, ihren Sitzplatz entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen anzupassen. Einige ziehen es vor, allein zu sitzen, während andere gerne in einer Gruppe arbeiten.

  3. Bewegung und Aktivität
    Das Churermodell ermutigt zur Bewegung und Aktivität im Unterricht. Die Sitzmöglichkeiten werden so gestaltet, dass sie Bewegung nicht nur zulassen, sondern erfordern. Dies können zum Beispiel Sitzbälle oder Hocker sein, die das Sitzen in einer aufrechten Position unterstützen und es den Schüler*innen ermöglichen, sich leichter zu bewegen oder ihre Sitzhaltung zu variieren. Stehtische können ebenfalls verwendet werden, um den Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, im Stehen zu arbeiten und so eine aktivere Körperhaltung einzunehmen.

  4. Komfort und Wohlbefinden
    Ein weiterer wichtiger Aspekt sind der Komfort und das Wohlbefinden der Schüler*innen. Ergonomisch gestaltete Stühle und Sitzkissen können dazu beitragen, dass sich die Lernenden während des Unterrichts wohl und entspannt fühlen. Ein angenehmer Sitzplatz kann das Lernumfeld positiv beeinflussen und die Konzentration und Aufmerksamkeit der Schulkinder fördern.

Aufbewahrungsmöglichkeiten

Aufbewahrungsmöglichkeiten spielen im Churermodell eine wichtige Rolle, um eine organisierte, individualisierte und lernförderliche Umgebung im Klassenzimmer zu erschaffen. Sie unterstützen die Schüler*innen dabei, ihre Materialien zu verwalten, Lernautonomie zu entwickeln sowie Ressourcen effektiv zu nutzen. Aus diesen vier Gründen sollten neue Aufbewahrungsmöglichkeiten in den Schulräumlichkeiten Einzug finden:

  1. Organisation
    Durch die Bereitstellung von Aufbewahrungsmöglichkeiten wie Regalen, Schubladen oder Behältern können die Schüler*innen ihre persönlichen Materialien und Ressourcen ordentlich und leicht zugänglich aufbewahren. Dadurch wird eine organisierte Lernumgebung geschaffen, in der alle Klassen ihre eigenen Materialien verantwortungsvoll verwalten können.

  2. Individualisierung
    Im Churermodell individualisiert die Lehrperson den Unterricht, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lerngeschwindigkeiten der Schüler*innen gerecht zu werden. Indem den Schulkindern eigene Aufbewahrungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, können sie ihre individuellen Materialien und Arbeitsblätter aufbewahren und darauf zugreifen, wenn sie diese benötigen. Dies unterstützt eine personalisierte und übersichtliche Lernumgebung.

  3. Lernautonomie
    Das Churermodell fördert die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Schüler*innen. Durch die Zuweisung von persönlichen Aufbewahrungsmöglichkeiten können die Schüler*innen lernen, ihre eigenen Materialien zu organisieren, zu verwalten und darauf zuzugreifen. Dies ermöglicht ihnen, eigenständig und selbstbestimmt zu arbeiten.

  4. Ressourcenmanagement
    Im Churermodell wird grosser Wert auf die effektive Nutzung von Ressourcen gelegt. Durch die Bereitstellung von Aufbewahrungsmöglichkeiten für gemeinsam genutzte Materialien wie Bücher, Handouts oder Lernspiele können diese Ressourcen ordentlich aufbewahrt und leicht zugänglich gemacht werden. Dadurch werden eine effiziente Nutzung und ein einfacher Zugang für alle Schüler*innen gewährleistet.

Schlussendlich ist selbst das modernste Equipment nutzlos, wenn im Klassenzimmer nicht ebenso moderne Strukturen vorzufinden sind. Durch kollaborative Lernumgebungen, flexible Gestaltungsmöglichkeiten des Klassenzimmers und individuelle Freiräume für verschiedene Lernniveaus wird ein zeitgemässes Umfeld geschaffen. Diese Strukturen ermöglichen es Lehrpersonen und Schülern, effektiv zusammenzuarbeiten, ihr Lernpotential zu maximieren und optimale Lernergebnisse zu erzielen. Mit diesen beiden elementaren Auflistungen steht einer gelungenen Umsetzung des Churermodells nichts mehr im Weg.

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