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Darmsanierung: Die Darmflora ins Gleichgewicht bringen

27.05.2022

Der Darm ist ein häufig unterschätztes Organ. Dabei leistet er unter anderem wichtige Arbeit in der Aufnahme von Energie und Nährstoffen und in der Abwehr von Krankheitserregern. Der Wiederaufbau der Darmflora nimmt deshalb in der Naturheilkunde einen wichtigen Platz ein. Wie die Darmsanierung abläuft, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Was ist eine Darmsanierung?

Sanierung stammt vom lateinischen Wort «sanare» ab, was so viel bedeutet wie «gesund machen» oder «wiedergutmachen». Bei der Darmsanierung geht es darum, die Verdauung und das Wohlbefinden zu verbessern, in dem die Darmflora mithilfe einer Kur wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. Auch wenn es keine wissenschaftlichen Belege für die Darmsanierung gibt, schwören viele Menschen auf den positiven Effekt. In der Komplementärmedizin gilt die Darmsanierung nicht nur als geeignete Massnahme für bereits erkrankte Personen, sondern auch zur Vorsorge, um das Immunsystem zu unterstützen.

Warum ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Ein gesunder Darm ist für unsere gesamtkörperliche Gesundheit sehr wichtig. Nur ein gesundes Verdauungssystem kann Nährstoffe und Energie aus der Nahrung richtig aufnehmen und verwerten. Zusätzlich wehrt der Darm Bakterien, Viren, Pilze und Giftstoffe ab. Ungefähr 80 Prozent unseres Immunsystems ist im Darm angesiedelt. Mittlerweile ist auch der Zusammenhang des Darms mit der Psyche und der Hautgesundheit nachgewiesen. Wenn unser Darm aus dem Gleichgewicht gerät, kann dies schnell gesundheitliche Folgen haben. Eine gestörte Darmflora wird mit zahlreichen Beschwerden in Verbindung gebracht. Deshalb ist es besonders wichtig, unserem Verdauungssystem Sorge zu tragen und die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.

Anzeichen für eine gestörte Darmflora

Viele mit dem Darm zusammenhängende Beschwerden oder Erkrankungen äussern sich nicht mit klaren Symptomen. Mögliche Anzeichen, die auf eine gestörte Darmflora hinweisen, sind:

  • Wiederkehrende Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung
  • Hautprobleme wie Ausschläge, Ekzeme, Neurodermitis oder Akne Rosazea
  • Chronische Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Infektanfälligkeit
  • Stimmungsschwankungen, Panikattacken oder Depressionen
  • Allergien wie Heuschnupfen, Tierhaarallergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Nährstoffmängel wie Eisenmangel oder Unterversorgung mit B12

Erfahren Sie hier mehr zu möglichen Anzeichen dafür, dass Ihr Darm geschwächt ist.

Wie lange dauert eine Darmsanierung?

Eine Darmsanierung hat keine festgelegte Dauer und läuft individuell ab. Wichtig ist, dass Sie immer auf die Reaktionen Ihres Körpers achten. Meist ist eine 4-Wochen-Kur sinnvoll. Möglich sind aber auch nur 10 Tage oder ein Zeitraum von 8 Wochen – ganz nach Ihrem eigenen Empfinden.

Beachten Sie ausserdem, dass die Zusammensetzung unserer Darmflora immer ein Ausdruck unserer Lebensgewohnheiten ist. Für eine gesunde, vielfältige Darmflora ist eine dauerhaft gesunde Ernährung deshalb Voraussetzung.

Darmsanierung – So geht's

Meist startet man die Darmsanierung mit einer Darmreinigung. Diese «reinigt» den Darm mithilfe eines Abführmittels oder eines Einlaufs. Dieser Schritt ist für die Darmsanierung keineswegs ein Muss. Einige Experten und Expertinnen schätzen den Nutzen gar als gering ein, da sich die Darmflora stetig erneuert.

Eine milde Variante der Darmreinigung gelingt mit einem natürlichen Abführmittel, z.B. mit geschroteten Leinsamen oder Flohsamen. Sie binden Wasser und quellen dadurch auf, was den Darm dehnt und stimuliert. Trinken Sie dabei unbedingt genügend Wasser, um die Ausscheidung zu unterstützen.

Basische Ernährung

Reduzieren Sie den Anteil an säurebildenden Lebensmitteln in Ihrer Kalorienzufuhr auf 20 Prozent, um Säureüberschüssen im Körper entgegenzuwirken. Zu den säurebildenden Lebensmitteln gehören unter anderem Fleischwaren, Fertigprodukte, Zucker, Weizen- und Weissmehlprodukte und Käse. Stattdessen setzen Sie auf basische Lebensmittel. Diese liefern dem Körper Mineralien, die dann basisch reagieren und die Basenproduktion fördern. Das sorgt für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt, der wichtig für Verdauung und Wohlbefinden ist. Zu den basischen Lebensmitteln zählen viele Gemüsesorten, Kräuter, Kartoffeln, Haferflocken, Quinoa, Nüsse und Kerne.

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Flüssigkeitszufuhr

Neben der richtigen Ernährung ist auch eine reichliche Flüssigkeitszufuhr wichtig. Am besten trinken Sie Wasser oder ungesüssten Tee. Damit entlasten Sie den Darm und unterstützen die Ausscheidung von Giftstoffen.

Präbiotika

Präbiotika sind Ballaststoffe, die zwar unverdaulich sind, den guten Darmbakterien jedoch als Nahrung dienen und so deren Wachstum fördern. Zu den Präbiotika zählen die Zuckermoleküle Inulin und Oligofruktose, die unter anderem in Gemüse (z.B. Artischocken, Topinambur, Möhren und Chicorée), Zwiebelgewächsen, Hülsenfrüchten und Getreide (z.B. Gerste und Hafer) zu finden sind.

Natürliche Helfer

Während der Darmsanierung können Sie die Reinigung mit natürlichen Mitteln unterstützen. Zum Beispiel mit den natürlichen Abführmitteln Flohsamen und geschrotete Leinsamen. Rühren Sie diese in 100 ml Wasser ein oder geben Sie die geschroteten Leinsamen ins Müsli oder in den Smoothie.

Heilerde wird eine entgiftende Wirkung nachgesagt, da sie Stoffwechselprodukte und Giftstoffe bindet. Bekannte Produkte für die Darmsanierung sind die Mineralerden Bentonit und Zeolith, die aus vulkanischer Asche gewonnen werden. Falls Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie einen Abstand von zwei Stunden einplanen, bevor Sie Mineral- oder Heilerde zu sich nehmen. Durch die hohe Bindungskraft können ansonsten auch die Wirkstoffe der Medikamente gebunden und ausgeschieden werden. Am besten sprechen Sie sich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab.

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Probiotika

Zusätzlich können Sie Ihren Darm mit Probiotika unterstützen. Dabei handelt es sich um Lebensmittel und Produkte mit lebenden Mikroorganismen wie Laktobazillen und Bifidobakterien. Sie sollen die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen und die Verdauung positiv beeinflussen. Reich an probiotischen Bakterien sind Lebensmittel, die während ihrer Herstellung gegärt oder fermentiert werden. Dazu zählen Sauermilchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Lassi, nicht-pasteurisierte Käsesorten und fermentierte Getränke und Lebensmittel wie Kombucha, Sauerkraut und Kimchi. Alternativ können Sie Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Tabletten einnehmen.

Bauchmassage

Eine Bauchmassage regt die Darmmuskulatur an, was die Darmtätigkeit unterstützt. Massieren Sie dazu Ihren Bauch im Uhrzeigersinn mit der flachen Hand.

Bewegung

Bleiben Sie aktiv! Leichte Bewegung regt den Stoffwechsel und den Kreislauf an. Der Verdauungstrakt wird besser durchblutet, wodurch die Darmsanierung unterstützt wird. Gehen Sie spazieren, treiben Sie Sport oder bauen Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag ein.

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