
Blasen an den Füssen: Richtig behandeln und vorbeugen
Klein aber schmerzhaft: Blasen an den Füssen sind ärgerlich und häufig auch schmerzhaft. Oft entstehen sie auf langen Fussmärschen, beim Wandern, durch ungewohntes oder neues Schuhwerk. Erfahren Sie hier, wie Sie Blasen vorbeugen und wie Sie sie schnell wieder loswerden.
Was sind die Ursachen für Blasen?
Eine Blase entsteht, wenn die Haut an einer Stelle ungewohnt stark belastet wird. Das kann nicht nur am Fuss passieren, sondern auch an der Hand. Beispielsweise kann beim Arbeiten mit ungewohntem Werkzeug Reibung an der Hand entstehen. An den Füssen sorgen oft schlechtsitzende oder feuchte Socken, neue oder unpassende Schuhe für schmerzhafte Bläschen. Sie üben Druck und Reibung auf die Haut aus. Dadurch beginnt sich die oberste Hautschicht von der darunterliegenden Schicht zu lösen. Im entstandenen Hohlraum sammelt sich plasmaähnliche Flüssigkeit, um die Lücke zu schliessen. Die Haut wölbt sich leicht auf und Schmerzen machen sich bemerkbar.
Wie gross die Blase ist, hängt von der Dauer und der Stärke der Belastung ab. Je länger und stärker der Druck auf die Haut anhält, desto schmerzhafter ist in der Regel die Blase und umso länger dauert die Heilung.
Guter Schutz dank Blasenpflaster
Bereits bei den ersten Anzeichen sollten Sie reagieren. Am besten kleben Sie die Blase mit einem Blasenpflaster ab. Der Vorteil eines solchen gegenüber einem gewöhnlichen Pflaster ist, dass es flach auf der Haut aufliegt und sich an die betroffene Stelle anpasst. Dadurch wird die Haut besser vor weiterer Reibung geschützt. Für bestimmte Körperstellen, beispielsweise zwischen den Zehen oder an der Ferse, gibt es speziell geformte Blasenpflaster.
Blasenpflaster enthalten ein Hydrokolloid-Gel, das mit der Feuchtigkeit der Wunde aufquillt. Dadurch wirkt es aufpolsternd und schützt so die Wunde vor weiterem Druck und verhindert Schmerzen. Zusätzlich unterstützt das Pflaster eine feuchte Wundheilung, die zu einer schnelleren Heilung führt. Ausserdem ist es wasserdicht und muss deshalb weniger oft gewechselt werden als ein herkömmliches Pflaster.
Bei einer geschlossenen Blase können Sie das Blasenpflaster direkt anbringen. Eine offene Blase sollten Sie unbedingt vorher desinfizieren.
Was tun bei einer offenen Blase?
Wie bereits erwähnt, entsteht eine Reibungsblase dadurch, dass sich die oberste Hautschicht zu lösen beginnt. Hält die Belastung weiter an, kann die oberste Hautschicht leicht reissen und lässt dann eine offene Wunde zurück. Wenn die Blase nur eingerissen ist, das Häutchen aber noch hält, sollten Sie dieses keinesfalls abreissen. Es schützt nämlich die darunterliegende Wunde.
Eine offene Wunde ist sehr anfällig für Keime und Infektionen. Aus diesem Grund sollten Sie eine aufgerissene bzw. offene Blase unbedingt desinfizieren. Danach decken Sie diese mit einem Blasenpflaster ab, um sie optimal zu schützen.
Soll ich die Blase aufstechen?
Früher war es gängige Praxis, eine Hautblase aufzustechen. Heute wird das nicht mehr empfohlen, denn bei einer offenen Blase können Keime eindringen, die Infektionen auslösen. Deshalb gilt: Auch wenn die Blase spannt, schmerzt und drückt, öffnen Sie diese nicht absichtlich. Eine geschlossene Blase bietet besseren Schutz und die Wunde kann dadurch schneller abheilen.
Bei sehr schmerzhaften Reibungsblasen, besonders an ungünstigen Stellen wie unter dem Fuss, kann eine Öffnung trotzdem Sinn machen. Das Öffnen muss dann unter sterilen Bedingungen stattfinden und die Wunde sollte anschliessend gut desinfiziert werden.
Wie oft muss ich mein Blasenpflaster wechseln?
Ein Blasenpflaster ist wasserdicht und muss nur ausgewechselt werden, wenn es sich von selbst zu lösen beginnt. Bei offener Blase müssen Sie das Pflaster zusätzlich wechseln, wenn sich das weisse Bläschen aus Blasenflüssigkeit bis zum Pflasterrand ausbreitet. In der Regel können Sie ein Blasenpflaster problemlos mehrere Tage tragen.
Wenn Sie ein herkömmliches Pflaster verwenden, ist ein Wechsel nötig, sobald das Pflaster sichtlich durchnässt ist, beispielsweise mit Flüssigkeit aus der Blase oder vom Duschen. Wenn es mit Schmutz verunreinigt ist, sollten Sie das Pflaster ebenfalls austauschen. Je nachdem kann ein Wechsel täglich oder stündlich notwendig sein.
Wie kann ich Blasen an den Füssen vorbeugen?
Besser als behandeln ist vorbeugen. Beachten Sie diese Punkte, um Blasen am Fuss zu vermeiden.
- Laufen Sie neue Schuhe ein, bevor Sie damit länger, z.B. bei einer Wanderung, unterwegs sind.
- Wählen Sie gutsitzendes Schuhwerk. Der Schuh darf nicht zu eng oder zu gross sein und es sollten keine Druckstellen entstehen. Es empfiehlt sich, neue Schuhe abends zu kaufen, da die Füsse dann etwas grösser sind.
- Socken aus Baumwolle nehmen Feuchtigkeit auf und halten sie auf der Haut. So entsteht mehr Reibung. Verwenden Sie besser Socken aus synthetischem atmungsaktivem Material und achten Sie auf die richtige Grösse, sodass keine Falten im Schuh entstehen.
- Haben Sie empfindliche Stellen, an denen sich öfter Reibungsblasen bilden? Kleben Sie diese vorbeugend mit einem Pflaster oder Tape ab, damit wenden Sie Schlimmeres ab. Eine schützende Schicht bildet auch der Anti-Blasen-Stick von Compeed.
- Schwitzige Füsse können zu Reibungen führen. Wechseln Sie öfter Ihre Socken oder verwenden Sie Fussspray oder -puder, wenn Sie zu schweissigen Füssen neigen.
Wann zum Arzt?
In der Regel heilt eine Blase schnell und ohne Komplikationen ab und braucht keine ärztliche Abklärung. Ein Arztbesuch ist jedoch sinnvoll, wenn die Blase entzündet ist, eitrige und übelriechende Flüssigkeit austritt oder es zu einer starken Rötung und schmerzhaften Schwellung kommt. Heilt die Blase nicht von selbst ab, ist das ebenfalls eine Indikation für einen Arztbesuch.
Wenn Sie sich nicht erklären können, woher die Blase stammt, kommen andere Ursachen in Frage. Beispielsweise kann eine Hautblase auch durch eine Verbrennung oder eine Kontaktallergie entstehen. Je nach Ursache kann hier eine ärztliche Untersuchung ebenfalls Sinn machen.
Für Personen mit Diabetes ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Bereits kleine Verletzungen an den Füssen sollten Diabetiker und Diabetikerinnen ärztlich abklären. Weil Diabetes die Nerven schädigt, ist es möglich, dass Betroffene selbst grosse Blasen nicht spüren. Zusätzlich ist die Wundheilung beeinträchtigt, wodurch ein höheres Risiko für eine Infektion besteht. Bei Diabetes sollten Sie deshalb einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen und sich zur passenden Fusspflege beraten lassen.
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