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Wie Hühneraugen entstehen und wie Sie diese wieder loswerden

16.06.2023

Hühneraugen sind zwar meist ungefährlich, können aber sehr schmerzhaft sein. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie und warum Hühneraugen auftreten und mit welchen Mitteln Sie die lästige Verhornungen wieder loswerden.

Hühneraugen sind eine Verhärtung der Haut. Sie kommen vor allem an den Zehen und unter der Fusssohle vor. Die Verhärtungen entstehen, wenn es an der Hautstelle immer wieder oder über eine längere Zeit zu Druck und Reibung kommt. Der Körper produziert dann vermehrt Hornhaut, um die Haut zu schützen. Mit der Zeit entsteht daraus eine Schwiele und im Zentrum bildet sich ein harter Kern. Dieser ist besonders schmerzempfindlich.

Medizinisch bezeichnet man ein Hühnerauge auch als Clavus. Dieser lässt sich meist mit blossem Auge erkennen. Die Hornhautverdickung hat eine rundliche, leicht erhabene Form und ist gelblich-beige verfärbt. Zwischen den Zehen ist ein Clavus eher weisslich, da er weicher ist als an anderen Fusspartien. Die Feuchtigkeit zwischen den Zehen sorgt dafür, dass die Hornschicht aufquillt. Der Kern in der Mitte ist glasig und erinnert an das Auge eines Huhnes. Daher stammt auch der Name Hühnerauge.

Lässt der Druck auf das Hühnerauge nach, verschwindet es meist von selbst wieder. Deshalb ist bei der Behandlung besonders wichtig, die Ursache zu finden und diese zu beheben.

Ursachen und Risikofaktoren

Wie bereits erwähnt, entstehen Hühneraugen durch langanhaltenden oder regelmässig wiederkehrenden Druck und Reibung. Typischerweise befinden sich diese Druckstellen dort, wo die Haut dicht über dem Knochen liegt. Deswegen sind die Hände und Füsse besonders oft betroffen. Zusätzlich sind sie im Alltag öfter Druck und Reibung ausgesetzt.

An den Händen können unter anderem Werkzeuge, das Trainieren mit Hanteln oder ein Instrument unangenehme Reibung verursachen. An den Füssen sind häufig enge Schuhe die Übeltäter. Tragen Sie oft enge High Heels, feste Lederschuhe oder zu einem Spitz verlaufende Schuhe? Damit erhöhen Sie Ihr Risiko für ein Hühnerauge. Weiter kommt eine Fehlstellung als Ursache in Frage. Dabei wird oft eine Hautstelle überbelastet, was zu Problemen führt. Typische Fehlstellungen sind Hallux valgus, ein Spreizfuss oder ein Senkfuss. Eine Zehenfehlstellung führt dazu, dass Zehen gegeneinander reiben, was ebenfalls zu Druckstellen führen kann.

Hallux valgus

Häufigkeit und Verlauf

Hühneraugen sind ein weitverbreitetes Phänomen, vor allem bei älteren Personen. Betroffene spüren die schmerzhafte Verhornung vor allem beim Stehen und Gehen. Besonders der Kern in der Mitte ist schmerzempfindlich.

Wenn der Druck auf die Haut bestehen bleibt, kann die Verhornung weiter zunehmen. Die verhärtete Stelle drückt dann selbst auf das Gewebe und in der Mitte verstärkt sich die Verhornung immer mehr. Das Auge verdichtet sich und drückt schmerzhaft wie ein Dorn immer weiter in tiefere Hautschichten. In den Rand können ausserdem Blutgefässe und Nervenfasern hineinwachsen, was ebenfalls schmerzhaft ist.

Nimmt der Druck hingegen ab, kann sich die Verhornung selbst zurückbilden und sogar ganz verschwinden. Zum Beispiel dann, wenn Sie die zu engen Schuhe mit einem bequemeren Modell austauschen. Wenn das Hühnerauge allerdings auf eine Fehlstellung des Fusses oder der Zehen zurückgeht, können sich selbst nach der Entfernung neue Hornhautverdickungen an derselben Stelle nachbilden.

Hühnerauge richtig entfernen

Um ein Hühnerauge nachhaltig loszuwerden, müssen Sie nicht nur die Verhornung entfernen, sondern auch die Ursache beseitigen. Ansonsten kann es von Neuem auftreten.

Hühneraugenpflaster

Die beliebteste Behandlungsmethode ist das Hühneraugenpflaster. Dabei handelt es sich um ein Pflaster mit ringförmigem Polster und einer Klebefläche in der Mitte. Das Polster schützt vor Reibung und die Klebefläche enthält eine hornhautlösende Substanz wie Salicylsäure. Diese weicht die Hornhautschicht auf, wodurch sie sich anschliessend leichter entfernen lässt.

Wichtig ist, dass das Pflaster nicht verrutscht, da die Substanz sonst mit der gesunden Haut in Kontakt kommt. Menschen mit Diabetes sollten auf die Anwendung von Hühneraugenpflaster verzichten, da sie anfällig für Fussinfekte sind. Sie lassen das Hühnerauge besser professionell entfernen.

Hühneraugenpflaster

Weitere Hornhautmittel

Wirkstoffe wie Salicylsäure und Harnstoff (Urea) tragen die Hornschicht nach und nach ab. Sie sind in Form von Salben, Cremes und Tinkturen erhältlich. Die Anwendung dauert mehrere Wochen, bis sich das Hühnerauge auflöst. Achten Sie auch hier darauf, dass die Substanz nicht auf die gesunde Haut gelangt. Auf rissigen Hühneraugen sollten Sie Salicylsäure nicht anwenden.

Mechanisch abtragen

Ein Fussbad hilft, die Hornhaut aufzuweichen. Tauchen Sie dazu Ihre Füsse für 10 Minuten in warmes Wasser. Anschliessend können Sie mit einem Bimsstein die Verhornung vorsichtig abtragen. Verzichten Sie auf scharfe Messer, Hobel oder Hornhautfräsen. Für Ungeübte ist die Verletzungsgefahr zu gross. Achten Sie ausserdem darauf, nicht zu viel Haut auf einmal zu entfernen. Tragen Sie besser nur wenig Hornhaut ab und wiederholen Sie die Fusspflege regelmässig, bis das Hühnerauge verschwunden ist.

Bimsstein

Vorbeugen

Damit Sie die Verhärtung endgültig loswerden, ist eine Ursachenbekämpfung wichtig. Das heisst, der Druck auf die betroffene Stelle muss behoben werden. Bei kleinen Hühneraugen reicht dies manchmal bereits aus, damit sich die Verhornung zurückbildet und verschwindet. Mit unseren Tipps schützen Sie Ihre Füsse vor den fiesen Verhornungen.

  • Schlechtsitzende, zu enge Schuhe vermeiden. Tragen Sie beispielsweise Einlagen oder Polster, wenn es zu Druckstellen kommt. Neue Schuhe kaufen Sie am besten abends, da unsere Füsse über den Tag etwas anschwellen. Wollen Sie auf unbequeme Schuhe nicht verzichten – etwa an einem besonderen Anlass, können Sie Schuhe zum Wechseln mitnehmen.
  • Schuhe regelmässig wechseln. So vermeiden Sie, dass Schuhe immer wieder auf die gleiche Stelle drücken.
  • Gute Fusspflege. Waschen Sie Ihre Füsse täglich mit Wasser und Seife und trocknen Sie diese gut ab. Feuchtigkeitscreme hält die Haut geschmeidig. Falls Sie zu Hornhaut neigen, empfiehlt sich ein Bimsstein oder eine Fussfeile.
  • Zehennägel regelmässig schneiden. Lange Nägel können an umliegenden Zehen reiben und für Druck sorgen.
  • Bei starkem Schwitzen Socken wechseln. Feuchte Füsse können Reibung verursachen. Wenn Sie zu stark schwitzenden Füssen neigen, können Sie die Socken notfalls auch tagsüber wechseln.
  • Bei Fussfehlstellung zum Arzt. Wenn Sie unter einer Fehlstellung der Füsse oder Zehen leiden, ist ärztlicher Rat gefragt. Spezielle Einlagen oder Schuhe können in diesem Fall helfen.

Wann zum Arzt?

Wenn Sie Ihr Hühnerauge mit den oben genannten einfachen Mitteln nicht entfernen können, ist ein Arztbesuch notwendig. Weitere Gründe für eine ärztliche Abklärung sind:

  • Diabetes: Personen mit Diabetes sollten bereits kleine Verletzungen an den Füssen ärztlich abklären. Bei Diabetes ist die Wundheilung beeinträchtig, wodurch ein höheres Infektionsrisiko besteht. Diabetiker und Diabetikerinnen sollten Hühneraugen deshalb nicht selbst entfernen.
  • Kreislaufprobleme oder Nervenschädigungen: Wenn Sie unter diesen Beschwerden leiden, ist ein Arztbesuch sinnvoll, bevor Sie die verhornte Stelle behandeln.
  • Entzündungen und starke Schmerzen: Eine Entzündung oder sogar Eiterung macht eine Abklärung notwendig. Starke Schmerzen beim Gehen oder Stehen ebenfalls.
  • Wiederkehrende Hühneraugen. Tauchen die Hornhautverdickungen immer wieder an derselben Stelle auf, muss unbedingt die Ursache erfasst werden. Dabei kann Ihnen eine ärztliche Fachperson oder ein Podologe bzw. eine Podologin helfen.

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