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Rauchmelder – was Sie beim Kauf beachten müssen

03.02.2025

Das rechtzeitige Erkennen eines Brandes kann Leben retten und Schäden begrenzen. Umso wichtiger ist der Einsatz eines Rauchmelders; schliesslich können Sie nicht immer alles im Auge behalten, brauchen Schlaf und sind nicht durchgehend zuhause. Doch welche Arten von Rauchmeldern gibt es und welcher ist der richtige für Ihr Zuhause? Was gibt es beim Kauf zu beachten – und was bei der Installation und bei der Anwendung? In diesem Ratgeber finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Rauchmelder.

Kurz und knapp

  • Rauchmelder sind in der Schweiz zwar nicht obligatorisch, aber auf jeden Fall empfehlenswert.
  • Sie sind leicht zu montieren, langlebig, wartungsarm und in Anbetracht ihrer Laufzeit überaus preisgünstig.
  • Wenn Sie mehrere Rauchmelder einsetzen möchten, müssen Sie Rauchmelder wählen, die sich miteinander vernetzen lassen.
  • Beim Kauf sollten Sie darüber hinaus Norm, Q-Label, Laufzeit und Batterieart berücksichtigen.

Sind Rauchmelder in der Schweiz Pflicht?

Während Rauchmelder in Deutschland obligatorisch sind, sind sie in der Schweiz für private Häuser und Wohnungen nicht Pflicht. Wer zuhause einen Rauchmelder installiert, tut dies also auf freiwilliger Basis. Nichtsdestotrotz sprechen unzählige Gründe für eine Installation – nicht zuletzt, dass Rauchmelder lebensrettend sein können.

Weshalb sich Rauchmelder lohnen

Die meisten Brandschäden von 2019 bis 2023 sind in Wohngebäuden entstanden (Schadensstatistik IRV Nutzungsart, 2024). Bemerken Sie den Brand eher, können Sie früher reagieren; gefährlich ist schliesslich nicht nur das Feuer selbst, sondern auch der Rauch. Wussten Sie, dass eine Rauchvergiftung die häufigste Todesursache bei Bränden darstellt? Gerade für schlafende oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen kann das schnell gefährlich werden.

Rauchmelder retten Leben

Zwar sind Rauchmelder in der Schweiz nicht obligatorisch, lohnen sich jedoch trotzdem: Durch den Einsatz eines Rauchmelders können Brände früher wahrgenommen und gemeldet, Leben gerettet und Sachschäden minimiert werden – und das zu einem günstigen Preis. Darüber hinaus sind Rauchmelder in der Regel einfach zu installieren, langlebig und weitgehend wartungsarm.

Rauchmelder sind somit auf jeden Fall ratsam, am besten in Kombination mit sorgfältiger Brandverhütung. Denn genauso wie gute Brandverhütung kein Grund ist, auf einen Rauchmelder zu verzichten, so ist ein Rauchmelder kein Grund, in Sachen Brandverhütung nachlässig zu werden. Nur so gelingt Ihnen ein optimaler Brandschutz.

Wichtige Tipps zum Thema Brandverhütung finden Sie im folgenden Beitrag:

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Das müssen Sie beim Kauf beachten

Rauchmelder sind bedacht auszuwählen, auch wenn sie einem nicht gerade ein Loch in das Portemonnaie reissen – schliesslich geht es hier um Ihre Sicherheit. Als erstes sollten Sie sich auf eine Vernetzungsart festlegen, um die Auswahl einzugrenzen. Diese definiert, inwiefern der Rauchmelder mit anderen Rauchmeldern und Geräten kommunizieren kann.

Insgesamt stehen bei Rauchmeldern drei Vernetzungsarten zur Auswahl:

  • Stand-alone-Rauchmelder sind alleinstehende und eigenständige Geräte, die nicht mit anderen Rauchmeldern vernetzt sind. Erkennt ein solcher Rauchmelder Rauch, gibt er als einziger einen Alarm ab; die anderen Rauchmelder stimmen nicht mit ein.
  • Funkvernetzbare Rauchmelder können Sie über Funk miteinander vernetzen. Nimmt einer der Melder Rauch wahr, schlagen alle anderen ebenfalls Alarm.
  • Smarte Rauchmelder lassen sich mit anderen smarten Geräten und Ihrem Smartphone verbinden. So können Sie nicht nur die Rauchmelder untereinander vernetzen, sondern auch in ein Smarthome-System einbinden und mit bestimmten anderen smarten (und kompatiblen) Produkten interagieren lassen. Mit der zugehörigen App verwalten Sie die Geräte. Sie können beispielsweise einstellen, dass Ihnen bei einem Brand eine Benachrichtigung auf Ihr Handy gesendet werden soll. Wenn Sie einen smarten Rauchmelder vorsehen, ist es wichtig, sich im Vorfeld über die Funktionen und Systemkompatibilität zu informieren – diese können sich von Rauchmelder zu Rauchmelder unterscheiden.

Bevor Sie Ihre Wahl treffen, sollten Sie unbedingt folgende Punkte prüfen:

  • Norm: Stellen Sie sicher, dass der Rauchmelder gemäss der Norm DIN EN 14604 zertifiziert ist. Diese Information finden Sie unter den Produktdaten, Datenblättern oder auf der Seite des Herstellers. Bei dieser Zertifizierung handelt es sich um eine europäische Produktnorm, welche die Anforderungen, Prüfverfahren und Leistungskriterien für Rauchwarnmelder definiert. In Deutschland, wo Rauchmelder obligatorisch sind, ist sie Pflicht.
  • Q-Label: Das Q-Label ist eine Zertifizierung für qualitativ hochwertige Rauchmelder. Wenn Sie in Sachen Qualität sichergehen möchten, dann sollten Sie Ihre Auswahl auf jene Rauchmelder eingrenzen, die eine Q-Label-Zertifizierung aufweisen.
  • Laufzeit: Rauchmelder haben in der Regel eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Eine Laufzeit von unter fünf Jahren hingegen wäre für einen Rauchmelder ungewöhnlich kurz und sollte in Sachen Preis und Aufwand hinterfragt werden. Auch wenn die Laufzeit mehr als zehn Jahre betragen sollte, empfiehlt es sich, den Rauchmelder nach spätestens zehn Jahren auszutauschen, da sich Staub ansammelt und die Elektronik altert. Das schreibt auch die DIN-Norm vor.
  • Batterien: Rauchmelder sind üblicherweise batteriebetrieben. Manche haben Langzeitbatterien, die über ihre gesamte Lebenszeit hinweg halten, während andere 9-Volt-Block-Batterien benötigen, die regelmässig ausgetauscht werden müssen. Wählen Sie einen Rauchmelder mit langer Batterielaufzeit, da ansonsten die Kosten für regelmässige Batteriewechsel den Kaufpreis übersteigen könnten. Was vernetzbare Rauchmelder anbelangt, so haben diese aufgrund der Vernetzbarkeit in der Regel eine kürzere Batterielaufzeit.
  • Lautstärke: Der Warnton eines Rauchmelders muss eine Lautstärke von mindestens 85 dB (Dezibel) aufweisen – das, unter anderem, setzt auch die Norm DIN EN 14604 voraus.

Welcher Rauchmelder ist der beste?

Einen offiziellen «besten» Rauchmelder gibt es nicht, doch die Stiftung Warentest hat 2021 diverse Rauchmelder getestet und bewertet. Dabei haben sich einige Rauchmelder mit einer guten Bewertung hervorgetan, wie beispielsweise die folgenden drei:

Gute Bewertung Stiftung Warentest

Installation und Montage

Für die Installation eines Rauchmelders benötigen Sie nicht zwangsläufig eine Fachperson. Sie können Rauchmelder auch selbst installieren und warten, solange Sie die Anleitung und Gebrauchsanweisung des Herstellers befolgen.

Wo Sie den Rauchmelder anbringen können

Vergessen Sie dabei nicht, dass die Position des Rauchmelders eine grosse Rolle spielt. Sie sollten möglichst zentral angebracht werden – an der Decke des Raums und nicht auf Schränken oder anderen Möbelstücken. Am besten montieren Sie den Rauchmelder mit Schrauben, sodass er gut hält. Flur, Schlafzimmer und Wohnzimmer bieten sich besonders für einen Rauchmelder an. Die Beratungsstelle für Brandverhütung (BFB) hat einige Platzierungs-Tipps zusammengestellt, unter anderem für spezifische Wohnungstypen und Häuser.

Wartung

Rauchmelder sind wartungsfreundlich und erfordern kein Fachpersonal. Die Wartung besteht nahezu ausschliesslich darin, den Rauchmelder sauber zu halten und regelmässig – mindestens einmal jährlich oder halbjährlich – zu testen, um sicherzustellen, dass er einwandfrei funktioniert. Dafür haben Rauchmelder einen Testknopf. Halten Sie sich auch hier an die Bedienungsanleitung des Herstellers. Das Weiteren sollten Sie darauf achten, dass die Öffnungen des Rauchmelders keinen Staub fangen, da Staub einen Fehlalarm auslösen kann.

Wichtig ist zudem, dass Sie im Blick behalten, seit wann der Rauchmelder im Einsatz ist, sodass sie ihn am besten noch vor Ablauf seiner Lebensdauer austauschen können. Auch Rauchmelder mit einer längeren Lebensdauer sollten Sie nach spätestens zehn Jahren ersetzen.

Sollte die Batterielaufzeit nicht der Lebensdauer des Rauchmelders entsprechen, muss auch da rechtzeitig für Ersatz gesorgt werden.

Wenn die Batterie leer ist

Qualitativ hochwertige Rauchmelder haben Langzeitbatterien, die über ihre gesamte Lebensdauer hinweg halten. Sollten Sie jedoch über ein Modell verfügen, bei dem das nicht der Fall ist, müssen Sie die Batterien zeitig austauschen. In der Regel macht ein Rauchmelder über ein Blinken und/oder vereinzelte, regelmässige Piep-Töne auf das Ende der Batterielaufzeit aufmerksam. Nichtsdestotrotz sollten Sie regelmässig mittels Testknopf am Rauchmelder prüfen, ob die Batterien noch Saft haben und der Rauchmelder intakt ist.

Alarm ohne Brandgefahr?

Neben Rauch können auch Dampf, Insekten und Staub den Alarm eines Rauchmelders auslösen. In einem solchen Fall spricht man von einem Falschalarm oder Täuschungsalarm. Wichtig ist, dass Sie die Ruhe bewahren und sichergehen, dass tatsächlich keine Brandgefahr besteht. Sobald Sie sich vergewissert haben, können Sie durchlüften.

Schlägt der Rauchmelder danach immer noch Alarm, können Sie ihn abnehmen und gemäss der Anleitung des Herstellers reinigen. Rauchmelder bestehen aus zwei Teilen; einer haftet fest an der Decke, der andere lässt sich entfernen und wieder anbringen. Wenn Sie das Problem behoben und ihn wieder an der Decke angebracht haben, empfiehlt es sich, die Funktionsfähigkeit des Rauchmelders nochmals via Test-Knopf zu überprüfen.

Brandschutz-Ratgeber

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