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Zahnfleischentzündung richtig behandeln

05.07.2023

Eine Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt, erkennen Sie an gerötetem oder geschwollenem Zahnfleisch. Zahnfleischbluten ist meist das deutlichste Symptom. Es kann beim Zähneputzen, Essen oder in seltenen Fällen ohne äusseren Einfluss auftreten. Erfahren Sie in diesem Beitrag, warum eine solche Entzündung entsteht und wie Sie diese richtig behandeln.

Das Zahnfleisch umschliesst als Teil der Mundschleimhaut den Zahn. So schützt es den Zahnhalteapparat davor, dass Bakterien aus der Mundhöhle eindringen. Gesundes Zahnfleisch ist fest, füllt den Zwischenraum der Zähne vollständig aus und hat eine blass-rosa Farbe. Im gesunden Zustand blutet das Zahnfleisch nicht, wenn es mit einer Zahnbürste oder Zahnseide in Berührung kommt.

Eine akute Gingivitis kommt relativ häufig vor und ist meist unkompliziert. In der Regel verursacht sie keine Schmerzen. Auf Berührung kann das Zahnfleisch aber empfindlich reagieren. Bleibt die Gingivitis lange unbehandelt, können Schmerzen und schlechter Atem hinzukommen. Bei einer chronischen Gingivitis nehmen die Schwellungen und die Rötung ab, stattdessen beginnt sich das Zahnfleisch zurückzubilden. Man spricht von einer Parodontitis. Unbehandelt kann diese dazu führen, dass sich die Zähne lockern und im schlimmsten Fall ausfallen. Eine Parodontitis gehört auf jeden Fall in zahnärztliche Behandlung, um ein Lockern oder sogar Ausfallen der Zähne zu verhindern. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über Parodontitis.

Abbildung von Zahn und Zahnfleisch bei Zahnfleischentzündung und Parodontitis

Symptome: Eine Gingivitis erkennen

Es ist wichtig die Anzeichen einer Zahnfleischentzündung früh zu erkennen, damit Sie schnell reagieren und den Verlauf der Entzündung stoppen können. Im frühen Stadium lässt sich die Entzündung nämlich gut behandeln. Diese Symptome deuten auf ein entzündetes Zahnfleisch hin:

  • Stark gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch: Wenn das Zahnfleisch von seiner gewöhnlichen blass-rosa Farbe abweicht, deutet das auf eine Irritation hin.
  • Zahnfleischbluten: Reagiert Ihr Zahnfleisch empfindlich auf den Kontakt mit einer Zahnbürste, kann das ein Hinweis für eine Gingivitis sein. Der ausgespuckte Zahnpastaschaum sieht dann rötlich verfärbt aus. Auch beim Essen kann es zu Zahnfleischbluten kommen. Selbst wenn es nur gelegentlich blutet, sollten Sie das Symptom nicht ignorieren. Allerdings kann Zahnfleischbluten als Symptom auch wegfallen, insbesondere bei Rauchern und Raucherinnen. Zigarettenrauch führt nämlich dazu, dass die Mundschleimhaut schlechter durchblutet ist. Somit blutet sie auch weniger schnell, auch wenn sie entzündet ist.
  • Mundgeruch: Für schlechten Atem gibt es viele Gründe. Gewisse Speisen können genauso zu Mundgeruch führen wie schlechte Mundpflege. Er ist allerdings auch ein Anzeichen einer Gingivitis, denn bei dieser befinden sich mehr Bakterien im Mund, die unangenehme Gerüche freisetzen.
  • Rückgang des Zahnfleisches: Erscheinen Ihre Zähne länger, sehen Sie eine Kerbe am Zahnfleischrand oder ist gar schon die Zahnwurzel sichtbar? Das deutet auf eine bereits fortgeschrittene Zahnfleischentzündung hin. Eine Behandlung ist nun besonders wichtig, um den Zustand nicht zu verschlimmern.

Ursachen: Wie entsteht eine Zahnfleischentzündung?

Die häufigste Ursache für entzündetes Zahnfleisch ist bakterieller Zahnbelag, sogenannte Plaque. Dabei handelt es sich um einen kaum sichtbaren Film aus Bakterien, Speichel und Nahrungsresten. Wenn Sie mit der Zunge darüberfahren, kann er sich rau und pelzig anfühlen. Zahnbelag lässt sich generell durch gute Mundhygiene vermeiden. Ist diese nämlich mangelhaft, dann bedienen sich die Bakterien an den im Mund verbliebenen Nahrungsresten und vermehren sich.

Belag befindet sich vor allem am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch. Die Bakterien des Zahnbelags greifen dann das Zahnfleisch an und lösen Entzündungen aus. Bleibt der Zahnbelag länger auf den Zähnen, lagern sich Mineralien ein und der Belag verhärtet sich zu Zahnstein. Dieser lässt sich mit Zahnbürste und Zahnseide nicht mehr vollständig entfernen und muss deshalb zahnärztlich behandelt werden.

Belag auf den Zähnen lässt sich durchs Zähneputzen und Reinigen der Zahnzwischenräume entfernen. Eine ungenügende Mundhygiene ist deshalb der grösste Risikofaktor für Gingivitis. Weitere begünstigende Faktoren sind:

  • Rauchen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
  • Hormonelle Veränderungen beispielsweise während einer Schwangerschaft
  • Mundtrockenheit
  • Hoher Zuckerkonsum
  • Übermässiger Alkoholkonsum
  • In seltenen Fällen Vitamin-C-Mangel
  • Bestimmte Medikamente wie z.B. Nifedipin gegen Bluthochdruck und Hydantoin gegen Krampfleiden

Verlauf: Wie entwickelt sich eine Zahnfleischentzündung?

Eine Zahnfleischentzündung heilt in der Regel gut wieder ab. Bei gründlicher Mundhygiene und sorgfältiger Zahnpflege sind Sie die Entzündung meist bereits nach einigen Tagen wieder los.

Unbehandelt kann die Entzündung andauern und sich verschlimmern. Während zu Beginn nur leichte Rötungen und Schwellungen zu sehen sind, kommen im Verlauf weitere Symptome hinzu: Das Zahnfleisch beginnt zu bluten und bildet sich langsam zurück. Spätestens dann ist eine Behandlung unbedingt nötig, damit keine Folgeschäden entstehen. Wenn sich die Entzündung auf das Zahnbett – das Gewebe um den Zahn – und den Kieferknochen ausbreitet, spricht man fachlich von der Zahnfleischerkrankung Parodontitis.

Eine regelmässige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung gibt die Möglichkeit, Zahnfleischentzündungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zahnarztbesuch

Behandlung: Das hilft bei einer Zahnfleischentzündung

Da eine Zahnfleischentzündung durch Zahnbelag entsteht, kann sie mit einer umfassenden Mundhygiene behandelt werden. Sie bildet auch die Grundlage zur Vorbeugung verschiedener Zahn- und Zahnfleischbeschwerden. Darauf sollten Sie bei Ihrer Mundpflegeroutine achten:

  • Reinigen Sie Ihre Zähne täglich morgens und abends für mindestens zwei Minuten. Wenn Sie säurehaltige Lebensmittel gegessen haben, sollten Sie mit dem Zähneputzen eine halbe Stunde warten. Bei empfindlichem Zahnfleisch wählen Sie eine Zahnbürste mit weichen Borsten und üben beim Putzen nicht zu viel Druck aus. So verhindern Sie, dass Sie das empfindliche Zahnfleisch verletzen oder zusätzlich reizen.
  • Vergessen Sie Ihre Zahnzwischenräume nicht, denn in den Zahnzwischenräumen sammeln sich viele Bakterien an. Mit Zahnseide oder Interdentalbürsten erreichen sie diese Stellen problemlos. Eine Munddusche ist eine weitere Möglichkeit, die Zahnzwischenräume zu reinigen.
  •  Mit einer antibakteriellen Mundspülung erreichen sie ebenfalls alle Bereiche des Mundes. Sie kann ausserdem helfen, das Wachstum der Bakterien einzuschränken. Zusätzlich können Sie einen Zungenreiniger nutzen, denn im Zungenbelag verstecken sich viele Bakterien.
  • Eine spezielle Salbe gegen Zahnfleischentzündungen schützt das empfindliche Zahnfleisch und reduziert die Plaquebildung.
  • Wechseln Sie Ihre Zahnbürste spätestens nach drei Monaten, denn auch auf der Bürste sammeln sich Bakterien an.

Weiter gehört eine regelmässige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung zu einer guten Mundhygiene. Bei Kontrolluntersuchungen können Entzündungen früh erkannt und vorgebeugt werden. Die Fachperson führt eine professionelle Zahnreinigung durch, bei der sie die Zähne und Zahnzwischenräume gründlich reinigt und Zahnstein entfernt. Dank spezieller Instrumente und Ultraschallgeräten erreicht sie auch versteckt liegende Plaque und entfernt diese schonend. Die Zahnflächen werden anschliessend poliert, damit die Bakterien weniger daran haften bleiben. Bei akuter Zahnfleischentzündung kann der Zahnarzt oder die Zahnärztin das Zahnfleisch zusätzlich mit einem entzündungshemmenden und antibakteriellen Gel behandeln. Als Fachperson kann er Sie ausserdem zur richtigen Zahnpflege beraten.

Bei akuter Gingivitis können zusätzlich Produkte mit Chlorhexidin helfen. Dieses wirkt antibakteriell und unterstützt den Heilungsprozess bei Entzündungen in der Mundhöhle. Ein weiterer Wirkstoff, der sich bei Zahnfleischentzündungen anbietet, ist Hyaluronsäure. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes und somit für ein gesundes Zahnfleisch mitverantwortlich. Zusätzlich legt sie sich über das entzündete Gewebe und wirkt so schmerzlindernd. Produkte mit Hyaluronsäure sind als Gels, Sprays oder Spülungen erhältlich.

Mundspülung

Hausmittel bei einer Zahnfleischentzündung

Beliebte Hausmittel bei entzündetem Zahnfleisch sind Mundspülungen mit entzündungshemmenden Pflanzen und Kräutern. Dafür kochen Sie Kamille, Salbei, Myrrhe oder Thymian als Tee auf und und verwenden den abgekühlten Kräutertee als Mundspülung.

Eine Mundspülung mit Salzwasser kann ebenfalls Linderung bringen, da das Salz desinfizierend wirkt. Lösen Sie dazu ein Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmem Wasser auf, spülen Sie Ihren Mund damit gut aus und spucken Sie die Mischung anschliessend wieder aus.

Als Hausmittel wird auch Apfelessig verwendet. Er regt die Speichelbildung an und unterstützt so die Neutralisierung der Bakterien. Zusätzlich wirkt der Essig entzündungshemmend. Verwenden Sie ihn aber niemals pur, sondern mischen Sie zwei Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser. Anschliessend spülen Sie damit den Mund gut durch.

Teebaumöl ist ein weiteres Hausmittel, das bei Entzündungen im Mundraum genutzt wird. Ihm werden antibakterielle und entzündungshemmende Effekte nachgesagt. Mischen Sie dazu ein paar Tropfen Teebaumöl mit Wasser oder verwenden Sie Zahnpflege-Produkte, die Teebaumöl enthalten.

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