
Richtig Zähneputzen – Tipps und Techniken für die korrekte Zahnpflege
Tägliches Zähneputzen ist wichtig und hilft Zahnproblemen vorzubeugen. Mit der richtigen Zahnpflege werden, dabei nicht nur Speisereste, sondern auch Plaque entfernt. Wie effektiv die Zahnreinigung ist, hängt von diversen Faktoren, wie der Häufigkeit, der Dauer aber auch der richtigen Technik ab. Was Sie beim Zähneputzen beachten sollten sowie die verbreitetsten Zahnputztechniken haben wir in diesem Ratgeber für Sie zusammengetragen.
Die wichtigsten Tipps
- Üben Sie beim Putzen nicht zu viel Druck aus. Dies kann mit der Zeit den Zahnschmelz schädigen. Halten Sie die Zahnbürste mit zwei Fingern oder wie ein Stift und nicht mit der Faust. Achten Sie darauf, dass die Borsten nicht umgebogen werden.
- Putzen Sie die Zähne mindestens zweimal täglich, am besten am Morgen nach dem Frühstück und am Abend, vor dem zu Bett gehen, jeweils mindestens zwei Minuten lang.
- Schrubben Sie beim Putzen der Zahninnen- und -aussenflächen nicht hin und her, dies kann dem Zahnschmelz und dem Zahnfleisch schaden.
- Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta.
- Putzen Sie systematisch und immer in der gleichen Reihenfolge, um keinen Zahn zu vergessen.
- Reinigen Sie die Zahnzwischenräume regelmässig mit Zahnseide oder einer Interdentalzahnbürste.
Zähneputzen mit einer Handzahnbürste
Die Zahnreinigung mit einer manuellen Zahnbürste ist sehr beliebt. Schliesslich sind die Bürsten günstiger als ihre elektrischen Pendants, kommen ohne Strom aus und richtig angewendet kann ein ähnlich gutes Reinigungsergebnis erzielt werden. Achten Sie einfach auf folgende Punkte:
Die passende Zahnbürste auswählen
Für eine gründliche und sichere Zahnpflege ist es wichtig, dass die verwendete Zahnbürste zu den eigenen Bedürfnissen passt. Bei der grossen Auswahl an Zahnbürsten ist es allerdings nicht immer einfach die richtige herauszupicken. Ganz wichtig sind: die Grösse des Bürstenkopfs und der Härtegrad der Borsten. Mit grossen Bürstenköpfen können mehr Zähne auf einmal geputzt werden, schwer zugängliche Stellen werden hingegen mit kleinen Köpfen besser erreicht. Deshalb sollte die Wahl auf ein Modell mit kleinem Kopf fallen, denn mit ihm ist eine gründlichere Reinigung möglich, auch wenn diese etwas länger dauert.
Zahnbürsten werden mit Borsten in drei verschiedenen Härtegraden produziert. Es gibt weiche, mittlere und harte Borsten. Als Faustregel gilt dabei, je härter die Borsten, desto besser die Reinigungsleistung und je weicher die Borsten, desto, sanfter ist die Bürste für das Zahnfleisch. Für die meisten Erwachsenen ist deshalb eine Zahnbürste mit mittlerem Härtegrad eine gute Wahl, da bei ihr die Reinigungsleistung deutlich besser ist als bei sanften Borsten, das Zahnfleisch aber dennoch nicht übermässig strapaziert wird. Wenn Sie schmerzempfindliche Zähne und oder empfindliches Zahnfleisch haben, ist jedoch eine Bürste mit sanften/weichen Borsten am besten.
Die Wahl der Zahnpasta
Auch die Zahnpasta spielt für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch eine wichtige Rolle. Doch welche ist die richtige? Um die Zähne vor Karies zu schützen, empfehlen Experten eine Zahnpasta mit Fluorid zu wählen. Denn das Fluorid unterstützt die Remineralisierung der Zähne und härtet den Zahnschmelz. Ausserdem hemmt Fluorid das Wachstum kariesverursachender Bakterien. Worauf Sie bei der Zahnpasta-Auswahl ausserdem noch achten sollten, können Sie in diesem Beitrag nachlesen.
Damit das Fluorid möglichst lange weiterwirken kann, sollten Sie nach dem Putzen die Zahnpasta lediglich ausspucken und den Mund nicht mit Wasser ausspülen, denn dadurch wird ein Grossteil des Fluorids gleich wieder weggespült. Aus demselben Grund wird teilweise auch empfohlen, Mundspülung vor und nicht nach dem Zähneputzen zu verwenden.
Die richtige Zahnputztechnik
Für die Zahnreinigung mit einer Handzahnbürste gibt es verschiedene Techniken und Methoden. Wobei es nicht die eine richtige Putztechnik gibt. In einer Zehn-Länder-Studie, die vom University College London im Jahr 2014 durchgeführt wurde, konnten zwischen den diversen empfohlenen Zahnputzarten keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden. Die verbreitetsten Zahnputztechniken stellen wir Ihnen nachfolgend genauer vor:
Die KAI-Methode
Diese Methode ist einfach zu lernen und zu merken und deshalb insbesondere auch für kleine Kinder empfehlenswert. Die Abkürzung «KAI» bezeichnet dabei die Reihenfolge, in welcher die Zähne geputzt werden. Begonnen wird mit den Kauflächen, anschliessend folgen die Aussenflächen und zum Schluss die Innenflächen der Zähne.
Und so putzen Sie nach dem KAI-System:
- Die Kauflächen putzen
Öffnen Sie den Mund und putzen Sie die oberen sowie unteren Kauflächen mit sanften Hin und Her Bewegungen. - Die Aussenflächen reinigen
Stellen Sie die Schneidezähne aufeinander. Beginnen Sie anschliessend beim hintersten Backenzahn auf der linken oder rechten Seite und bürsten Sie mit kleinen Kreisbewegungen von hinten bis zur Mitte und anschliessend von der Mitte bis zum letzten Zahn der anderen Seite. - Die Innenflächen Putzen
Öffnen Sie den Mund, setzen Sie die Zahnbürste oben beim hintersten Backenzahn links oder rechts an. Bürsten Sie nun jeden Zahn in kleinen Kreisbewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn (von Rot nach Weiss). Die Innenseite der Schneidezähne erreichen Sie dabei am besten, indem Sie die Bürste senkrecht halten. Putzen Sie nach der Ober- die Unterseite auf die gleiche Weise.
Die Fones-Methode
Diese Technik wird auch als Rotationstechnik bezeichnet. Sie ist ebenfalls leicht zu erlernen und daher neben der KAI-Technik, die am besten geeignete für Kinder. Sie ist jedoch auch für Erwachsene, die mit den anderen Techniken Mühe haben, eine mögliche Alternative.
So putzen Sie Ihre Zähne mit der Fones-Methode:
- Stellen Sie die Vorderzähne aufeinander und setzen Sie die Zahnbürste in einem 45°-Winkel an der Zahnaussenfläche an.
- Putzen Sie mit grossen kreisenden Bewegungen vom Oberkieferzahnfleisch zum Unterkieferzahnfleisch, die Aussenflächen der Zähne von den Seitenzähnen zur Mitte und von der Mitte zur anderen Seite.
- Öffnen Sie danach Ihren Mund und reinigen Sie die Innenflächen in kleinen Kreisen vom Zahnfleisch zum Zahn. Beginnen Sie auch hier bei den Seitenzähnen und arbeiten Sie sich zur Mitte vor und von dort aus zur anderen Seite. Führen Sie diesen Schritt sowohl für den Ober- als auch für den Unterkiefer aus.
- Zum Schluss putzen Sie noch die Kauflächen mit kleinen kreisenden Bewegungen.
Die Bass-Methode
Diese Methode wurde im Jahr 1954 vom Zahnarzt Charles Bass veröffentlicht und wird auch Rüttel- oder Vibrationstechnik genannt. Sie erfordert etwas Übung und eignet sich deshalb eher für Jugendliche und Erwachsene. Der Zahnbelag wird bei dieser Technik durch kleine Rüttelbewegungen mit der Zahnbürste entfernt. Gleichzeitig wird der Zahnfleischrand massiert.
So wenden Sie die Bass-Technik an:
- Setzen Sie die Zahnbürste an den Seitenzähnen am Übergang von Zähnen und Zahnfleisch in einem 45°-Winkel an und üben Sie leichten Druck aus. Kippen Sie die Borsten beim Oberkiefer leicht nach oben und beim Unterkiefer leicht nach unten.
- Führen Sie nun mit der Zahnbürste rüttelnde Bewegungen (kleine kreisförmige oder senkrechte Vor- und Rückwärtsbewegungen) aus. Achten Sie darauf, die Zahnbürste dabei so zu bewegen, dass sie fast auf der Stelle reinigt.
- Putzen Sie nun, wie unter Punkt zwei beschrieben, jeweils zwei bis drei Zähne mit ungefähr zehn Rüttelbewegungen. Bürsten Sie danach die losgelösten Beläge vom Zahnfleisch in Richtung Zähne (von Rot nach Weiss). Auf diese Art reinigen Sie sowohl die Aussen- als auch die Innenflächen des Ober- und des Unterkiefers. Die Innenflächen der Schneidezähne können Sie am besten putzen, wenn Sie die Zahnbürste senkrecht halten.
- Nachdem Sie die Innen- und Aussenflächen geputzt haben, reinigen Sie die Kauflächen mit Hin und Her Bewegungen.
Die Stillman-Technik
Diese Methode ist auch als Auswisch-Technik bekannt. Sie wird insbesondere bei Zahnfleischrückgang zum Beispiel aufgrund einer Parodontitis und damit verbundenen freiliegenden Zahnhälsen oder auch bei empfindlichen Zähnen empfohlen, da sie sehr schonend ist.
So reinigen Sie Ihre Zähne mit der Stillman-Methode:
- Setzen Sie die Zahnbürste in einem 45°-Winkel am Zahnfleisch an und wischen Sie mit geringem Druck über das Zahnfleisch und die Zähne. Führen Sie diese Wischbewegung ungefähr fünfmal pro Zahnabschnitt aus. Auf diese Weise putzen Sie sowohl die Aussen- als auch die Innenflächen.
- Haben Sie alle Zahninnen- und Aussenflächen gereinigt, putzen Sie zum Schluss noch die Kauflächen mit Hin und Her Bewegungen.
Zähneputzen mit einer elektrischen Zahnbürste
Mit einer elektrischen Zahnbürste ist es tendenziell einfacher eine gründliche Zahnreinigung durchzuführen, da die Geräte einen grossen Teil der Putzarbeit abnehmen. Je nach Modell verfügen die Zahnbürsten zudem über Funktionen, wie eine Druckkontrolle oder einen Timer, die an das Wechseln des Mundbereichs erinnern und so zusätzliche Unterstützung beim Einhalten der richtigen Zahnpflege bieten. Dennoch müssen bei der Nutzung elektrischer Zahnbürsten ein paar Punkte beachtet werden, denn die Zahnputztechnik unterscheidet sich vom Vorgehen mit einer Handzahnbürste. Die Technik ist ausserdem auch abhängig davon, um welche Art elektrische Zahnbürste es sich handelt. Ein Leitfaden für das Zähneputzen mit verschiedenen Varianten elektrischer Zahnbürsten finden Sie hier.
Zahnzwischenräume reinigen
Zur Mundhygiene gehört auch die Reinigung der Zahnzwischenräume. Diese sollte mindestens einmal täglich gemacht werden. Denn in den Zwischenräumen setzen sich Speisereste und Zahnbelege besonders oft fest. Werden diese nicht entfernt, können sich schädliche Bakterien ansammeln, die Karies oder Zahnfleischerkrankungen verursachen können. Mit einer Zahnbürste gelangen Sie indes nicht in die Zwischenräume, sondern sind auf andere Hilfsmittel, wie Zahnseide oder Interdentalbürsten angewiesen. Wie Sie Zahnseide richtig verwenden, erfahren Sie in diesem Beitrag und die Anwendung von Interdentalbürsten haben wir hier behandelt.
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