
Haustiere und Raumklima
Annähernd zwei Millionen Katzen, über eine halbe Million Hunde und zahlreiche weitere Tierarten leben hierzulande mit uns zusammen. Beinahe in jedem zweiten Haushalt ist mindestens ein Haustier daheim. Während alle Haustiere das Raumklima in kleinerem oder grösserem Ausmass selbst beeinflussen, reagieren sie umgekehrt auch unterschiedlich auf bestimmte Klimabedingungen oder Klimageräte. Hier erfahren Sie, über welche möglichen Auswirkungen Sie als Tierhalterin oder Tierhalter Bescheid wissen sollten und wie Sie für sich und Ihre Lieblinge ein gesundes Klima in Ihrer Wohnung aufrechterhalten.
Haustiere beeinflussen das Raumklima
Ähnlich wie wir Menschen, beeinflussen auch Tiere die Luft in der Wohnung. Je grösser ein Haustier ist, umso mehr Feuchtigkeit gibt es durch seine Atmung an die Raumluft ab. Ein grosser Hund zählt in dieser Hinsicht beispielsweise beinahe als zusätzlicher Bewohner, bei einem kleineren Haustier ist der Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit hingegen vernachlässigbar gering. Neben der Atmung spielen auch Wasserquellen wie Trinknäpfe, Toiletten und Aquarien eine Rolle. Für Letztere gilt dies in besonderem Mass, wenn sie nicht zugedeckt sind.
Falls Sie ein «Tierzimmer» mit mehreren Haustieren und/oder Wasserquellen haben, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass dort die Luftfeuchtigkeit höher ist als in der restlichen Wohnung. Damit Sie die Luftfeuchte in einem solchen Zimmer unter Kontrolle haben, empfehlen wir Ihnen, ein Hygrometer zu verwenden. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit hilft ein Luftentfeuchter. Senken Sie die Feuchtigkeit aber nicht zu stark, da sich viele Tiere bei sehr trockener Luft nicht mehr wohl fühlen.
Auswirkungen auf die Luftqualität
Neben der Aussenluft, die vor allem beim Lüften in die Wohnung kommt, beeinflussen zahlreiche weitere Faktoren die Zusammensetzung und Qualität der Innenluft. Die Rolle der menschlichen Bewohner ist dabei vielseitiger als diejenige der tierischen. Neben verwendeten Maschinen, Materialien und Mitteln verursachen auch Lebewesen kleine Teilchen wie Haare oder Hautschuppen und gasförmige Substanzen wie etwa Kohlenstoffdioxid. Diese Partikel und Gase schweben entweder in der Luft selbst – meistens unsichtbar – oder sie verbinden sich mit anderen Stoffen und lassen sich beispielsweise als Bestandteil des Hausstaubs nieder.
Genauso, wie wir Pollen, Bakterien oder andere Schadstoffe an unserer Kleidung oder an den Schuhen ins Haus bringen, tragen Hunde und Katzen oft Schmutz und Allergene in ihrem Fell mit. Aber auch bei Tieren ohne Freigang besteht durch Eiweisse an Haaren, Hautschuppen, Federn sowie in Kot, Urin, Speichel oder Schweiss die Gefahr einer Allergie.
Das Raumklima beeinflusst die Haustiere
Genauso wie ein gutes Raumklima für unsere Gesundheit wichtig ist, beugt es auch bei Haustieren Krankheiten und Unwohlsein vor. Während hier heimische Arten normalerweise an das Klima angepasst sind, ist die Luft für exotische Tiere häufig zu kühl oder zu trocken. Erkundigen Sie sich bei einer Fachperson und verwenden Sie ggf. ein Heizgerät oder einen Luftbefeuchter. In einem separaten Beitrag finden Sie eine Hilfestellung bei der Auswahl des passenden Befeuchters.
Für Haustiere giftige Pflanzen
Die meisten Zimmerpflanzen bringen Abwechslung und Farbe in eine Wohnung und gelten allgemein als förderlich für ein gutes Raumklima. Einerseits helfen Sie beim Befeuchten, andererseits filtern viele von Ihnen Schadstoffe aus der Zimmerluft. Für Haustiere sind insbesondere exotische Pflanzen nicht selten gefährlich. Da sie sich in ihrer Heimat gegen Feinde zur Wehr setzen müssen, die sie verspeisen wollen, produzieren sie Giftstoffe. Wenn neugierige Haustiere auf ihren Blättern oder Stielen herumknabbern, kann das schwerwiegende Folgen haben und zu Durchfall führen oder rauschartige Zustände bis hin zu ernsten Vergiftungen nach sich ziehen.
Falls Sie Ihr Zuhause mit Tieren und Pflanzen teilen, erkundigen Sie sich am besten bei einer Fachperson, worauf sie achten müssen. Tauschen Sie giftige Pflanzen gegen harmlose Arten aus oder platzieren Sie jene an einem für die Tiere unerreichbaren Ort. Katzen kauen gerne an Gräsern, um sich das Hochwürgen von Haarballen zu erleichtern. Da die meisten von ihnen dafür Katzengras bevorzugen, kann dieses sie üblicherweise von anderen Pflanzen fernhalten.
Klimageräte, Ventilatoren und Haustiere
Die meisten Haustiere leiden genauso unter grosser Hitze wie wir selbst. Im Gegensatz zu uns können sie aber ihre Körpertemperatur nicht oder nur sehr eingeschränkt durch Schwitzen regulieren. Sie sind daher stärker auf Schatten und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr angewiesen. Zugluft, wie sie beispielsweise eine Klimaanlage oder ein Ventilator verursachen, hilft zwar auch den Tieren beim Abkühlen, ist jedoch für sie nicht ganz ungefährlich. Wenn sie längere Zeit einem kühlen Luftzug ausgesetzt sind, kann das ähnlich wie bei uns zu einem steifen Nacken, gereizten Augen oder Atemwegsbeschwerden führen.
Ältere Tiere sowie Tiere mit einer Immunschwäche sind besonders gefährdet, einen Hitzeschlag oder ein ernsthaftes Lungenproblem zu erleiden. Sie sollten weder grosser Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung noch einem kühlen Luftstrom über längere Zeit ausgesetzt sein.
Die Betriebsgeräusche, die beispielsweise ein lauter Ventilator oder Kompressor verursachen, können für Tiere mit empfindlichem Gehör unangenehm sein. Bei nicht oder ungenügend abgedeckten Rotorblättern besteht zudem Verletzungsgefahr, wenn das Tier beispielsweise mit der Pfote die drehenden Flügel berühren will oder seine Ohren oder das Fell hineingezogen werden. Verwenden Sie am besten einen Ventilator mit geschützten Rotorblättern, stellen Sie ihn an einem für Ihre Tiere unerreichbaren Ort auf und schalten Sie ihn aus, wenn Sie das Zimmer verlassen.
Ein paar Tipps, wie Sie Ihren Haustieren an Hitzetagen helfen können, finden Sie im folgenden Beitrag:

Haustiere vor Hitze schützen
10 Tipps, mit denen Sie Ihren Lieblingen an heissen Tagen helfen können
Mehr erfahrenMögliche Reaktionen von Haustieren auf Luftbefeuchter
Luftbefeuchter, die mittels Verdunstung arbeiten, könnten von Haustieren mit einer Trinkschale verwechselt werden. Falls Sie einen Luftbefeuchter oder Luftwäscher verwenden, bei dem der Wassertank einfach zugänglich ist, sollten Sie zur Sicherheit auf Hygienemittel verzichten. Ersetzen Sie dafür häufig das Wasser vollständig und reinigen Sie den Wasserbehälter regelmässig und gründlich.
Der Dampf von Verdampfer-Luftbefeuchtern kann je nach Gerät heiss sein und neugierige Pfoten oder Schnauzen verbrühen. Stellen Sie ein solches Gerät an einem Ort auf, an dem Ihre Vierbeiner und anderen Haustiere es nicht erreichen können.
Die Schwingungen von Ultraschallverneblern können Katzen und Hunde trotz ihres guten Gehörs normalerweise nicht wahrnehmen. Möglicherweise reagieren sie aber auf andere Art negativ auf die Nebel speienden Kästen oder Töpfe. Falls der Luftbefeuchter dem Tier unangenehm ist, wird es wahrscheinlich einen grossen Bogen um ihn machen, oder das Zimmer sogar ganz meiden.
Achtung: Bestimmte Duftöle sind für Katzen oder Hunde nicht verträglich
Vorsicht sollten Sie bei der Verwendung von Duftölen mit Ihrem Aromavernebler oder Luftbefeuchter walten lassen. Diese Öle sind auf Menschen ausgerichtet und können in seltenen Fällen bei Haustieren die Atemwege reizen, den Kreislauf beeinflussen oder sie sogar zur Flucht bewegen. Im Zweifelsfall verzichten Sie am besten auf die Verwendung von ätherischen Ölen oder Sie reduzieren die Menge auf ein Minimum und lüften nachher gründlich.
Die folgenden Aromaöle gelten als unverträglich für Katzen: Birke, Bohnenkraut, Nelke, Oregano, Teebaum, Thymian und Zimt.
Für viele Hunde problematisch sind unter anderen die folgenden: Anis, Knoblauch, Meerrettich, Nelke, Schafgarbe, Thymian und Wacholder.
Andererseits gibt es auch Aromaöle, die bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen von Vierbeinern helfen können. Falls Sie sich für die Aromatherapie bei Tieren interessieren, empfehlen wir Ihnen, eine Fachperson zu konsultieren und sich ausführlich zum Thema zu informieren.
Hilfreiche Haushalts- und Reinigungsgeräte gegen Tierhaare und Tiergerüche
Besonders ausgeprägte tierische Gerüche sind zwar unangenehm, stellen jedoch selten ein Gesundheitsrisiko dar. Anders sieht es bei Haaren und anderen tierischen Aus- und Abscheidungen aus, an oder in denen sich tierische Eiweisse befinden können. Solche Eiweisse sind bei betroffenen Personen nämlich oft Auslöser für die als «Tierhaar-Allergien» bezeichneten Abwehrreaktionen des Immunsystems. Ein Luftreiniger mit speziellen Filtern reduziert sowohl die Gerüche als auch Haare oder Hautschuppen in der Raumluft. Bei Tierhaaren auf Sofas, Matratzen oder Teppichen leisten Staubsauger mit kräftiger Saugleistung und besonderen Bürstenaufsätzen wertvolle Dienste.
Luftreiniger gegen Tierhaare
Bei Tieren in Ihrem Haushalt ist ein Luftreiniger mit einem mehrstufigen Filtersystem aus Vorfilter, HEPA-Filter und Aktivkohlefilter besonders wirksam. Der Vorfilter fängt als erste Stufe viele Haare, grobe Staubpartikel und Fusseln auf und schont dadurch allfällige weitere Filter im System. Die meisten Vorfilter sind waschbar und müssen daher nur selten ausgewechselt werden. Hinter dem Vorfilter bildet der HEPA-Filter das Herzstück des Luftreinigers. Seine unregelmässige und besonders feinmaschige Struktur filtert auch kleine und winzige Partikel und Allergene aus der Raumluft. Je voller der HEPA-Filter mit aufgefangenen Partikeln ist, umso schwächer wird seine Leistung. Aus diesem Grund empfehlen die meisten Hersteller, ihn regelmässig gegen einen frischen Filter auszutauschen. Der Aktivkohlefilter absorbiert die meisten Gase und Gerüche, die am Vor- und HEPA-Filter meistens nicht hängenbleiben. Er hilft also dabei, verschiedene Tiergerüche abzuschwächen oder sogar vollständig zu neutralisieren und sorgt für frisch riechende Luft.
In separaten Ratgeberbeiträgen finden Sie einerseits eine Beschreibung verschiedener Filterarten und andererseits eine Übersicht über Vor- und Nachteile, Funktionen und Einsatzbereiche unterschiedlicher Luftreinigungsgeräte.
Staubsauger gegen Tierhaare
Unsere haarigen Vierbeiner bereiten uns oft nicht nur viel Freude, sondern auch jede Menge Arbeit, erst recht, wenn sie gerade ihr Fell wechseln und viele Haare verlieren. In Wohnungen mit Katzen oder Hunden verbreiten sich Tierhaare besonders schnell auf dem Fussboden, auf Möbeln, Kleidern – eigentlich fast überall.
Staubsauger mit spezieller Ausstattung gegen Tierhaare finden Sie beispielsweise mit den Suchbegriffen «Cat&Dog» oder «Animal» in unserem Staubsaugersortiment. Besonders leise Geräte, die besonders empfindliche Haustiere etwas weniger (ver-)stören, heissen hingegen oft «Silent», enthalten aber üblicherweise kein besonderes Zubehör zum Aufsaugen von Tierhaaren. Zu vielen Staubsaugermodellen sind jedoch Turbobürsten und andere Zubehörteile für Haushalte mit Haustieren separat erhältlich. Falls Sie unsicher sind, ob ein bestimmtes Zubehörteil zu Ihrem Gerät passt, wenden Sie sich bitte an unseren Verkauf oder an den Kundendienst des jeweiligen Herstellers.
So reinigen Sie die Staubsaugerdüse oder -bürste und befreien sie von Tierhaaren
Wenn Ihre Tiere viele Haare in der Wohnung zurücklassen und einiges an Schmutz von draussen hereinbringen, sollten sie die Saugbürsten und Düsen häufig reinigen.
Nehmen Sie dazu zuerst die zu säubernde Bürste oder Düse ab und saugen Sie sie mit dem Saugrohr ab. Schalten Sie das Gerät anschliessend aus und ziehen Sie den Stecker aus der Steckdose. Lösen Sie allfällige in der Bürste verfangene Haare mit einem möglichst feinzinkigen Kamm aus Metall, Holz oder sehr hartem Kunststoff. Bei einer Turbobürste wickeln sich die Haare häufig um die Bürstenrolle. Lösen Sie sie mit einem geeigneten Instrument wie beispielsweise einer Schere, aber achten Sie darauf, dass Sie die Bürste dabei nicht beschädigen. Bei einigen Modellen können Sie die Bürstenrolle zur einfacheren Reinigung aus der Düse herausnehmen und dann üblicherweise auch unter fliessendem Wasser abspülen. Entfernen Sie Staub mit einem feuchten Lappen von der Bodendüse. Verklebten oder verkrusteten Schmutz weichen Sie am besten mit warmem oder lauwarmem Wasser und falls nötig einem milden Reinigungsmittel ein. Reinigen Sie die Filter gemäss den Angaben in der Bedienungsanleitung.
Wichtig: Lassen Sie alle mit Wasser gereinigten Teile vollständig trocknen, bevor Sie sie wieder in das Gerät einsetzen.
Ein paar Tipps in Kurzform für eine saubere und hygienische Wohnung mit Haustieren
- Halten Sie den Wohnbereich staubfrei, indem Sie regelmässig und oft staubsaugen und nach Möglichkeit ein Gerät mit HEPA-Filter verwenden.
- Reinigen Sie auch an versteckten Stellen wie unter Möbeln, auf Küchenschränken oder hinter Heizkörpern ab und zu.
- Saugen Sie Polstermöbel und Teppiche regelmässig ab.
- Stellen Sie Futter- und Wassernäpfe sowie Tiertoiletten nicht direkt neben Heizungen, Lüftungsschlitze oder Fenster. So gelangen weniger Feuchtigkeit, Staub und andere Stoffe in die Luft.
- Lassen Sie die Haustiere nicht ins Schlafzimmer oder verwenden Sie Allergikerbezüge für Ihre Kissen, Decken und Matratzen.
- Falls die Tiere doch im Schlafzimmer sind, saugen Sie regelmässig die Matratze ab, waschen Sie Bettwäsche bei 60 bis 90 Grad und wechseln oder waschen Sie Bettdecke und Kissen hin und wieder.
- Bürsten Sie Ihre Haustiere im Garten oder auf dem Balkon statt in der Wohnung.
- Waschen Sie sich nach dem Berühren des Fells kurz die Hände.
- Lüften Sie mindestens zweimal am Tag gründlich.
- Verwenden Sie einen Luftreiniger, der Tierhaare und Gerüche aus der Luft filtert.

Fühlen Sie sich wohl zu Hause
Lesen Sie hier, was Sie für ein optimales Raumklima tun können
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